Lebensgeschichte

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wurde gestern gebeten meine „Lebensgeschichze“ rund um meinmen Unfall aufzuschreiben, also mache ich mir die Mühe und schreibe es nun hier auf:

Geboren 1988 in Russland, zog ich 1990 nach Deutschland und wuchs in Lahr/Schwarzwald auf, wo ich im Jahre 2007 Abitur machte und danach studieren ging und im Jahre 2013 über viele Umwege den Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen begann. Im Jahre 2016 war ich dann im Praxissemester in Freiburg bei Stryker und musste unter der Woche arbeiten, also blieb nur das Wochenende zum lernen. Daher verabredete ich mich für den 03.07.2016 mit einem Kommiliton zum lernen im PC-Raum in Offenburg an der Fachhochschule. Es war ein sonniger und warmer Sonntag, also lies ich den Benz stehen und nahm meine Yamaha XJR1200 und fuhr mit dem Bike in die FH. Ich weiß noch genau wie ich mich zwischen meinen 2 Helmen entschieden habe für den Jet-Helm und nicht den Integralhelm 🙁 falsche Entscheidung wie sich rausstellen wird.) Nach dem Lernen ereignete sich in Friesenheim ein Unfall und zwar rutschte ich unter ein Auto und kam mit der Halsschlagader ans Auto, die dadurch riss und offen war, so dass ich fast verblutete. Jedoch wurde ich schnell versorgt und in der Klinik operiert. Unglücklicherweise riss ein Stück der Arterienwand ab und geriet in den Blutkreislauf, was über Nacht zu einem Schlaganfall führte (Dissektion arteria carrotis), ein sogenannter Mediainfarkt rechts war das Resultat des Unfalles. Als ich aus dem 1-monatigem Koma aufwachte, war mir nicht klar wo ich bin und was geschehen war. Ich war nur unglaublich müde von den Medikamenten. Durch die künstliche Beatmung war ich nicht in der Lage zu sprechen (ebenfalls furchtbar, besonders beim Absaugen, bis heute unvergessen). Nachdem ich meine Situation realisiert hatte, machte ich mir meinen Plan, um das Beste aus der Lage zu machen. Erstmal musste ich mich mit den Grundlagen der Neurologie vertraut machen und siehe da es gab Hoffnung! Doch nur wenn man diszipliniert und eisern an die Sache ran geht. Also schwor ich mir, dass ich die Klinik nicht im Rollstuhl verlassen werde. Übrigens hatte und habe ich seit meinem Unfall eine Halbseitenlähmung links, genannt Hemiparese. Also ist mein linkes Bein und meine linke  Hand gelähmt. Ein halbes Jahr hatte es gebraucht, dass ich gehen lernte zunächst am Stock und dann ganz schnell war der Stock wieder weg, da man die gesunde Hand braucht um Türen zu öffnen und nicht einen Stock heben möchte. Auf jeden Fall nahm ich nach der Reha das Studium wieder auf, da ich bereits im 6. Semester war und nicht mehr viel fehlte, um genau zu sein fehlten nur noch 4 Prüfungen und die Bachelorarbeit. Also machtte ich mich an die Arbeit und nach einpaar mal am Campus mit Rucksack und Stock, ließ ich den Stock weg, da er nur störrend war. Zeitgleich setzte ich mich mit meiner BG in Verbindung und siehe da es handelte sich um einen Wegeunfall und somit Arbeitsunfall, zack wurde ich von der BG unterstützt mit Hilfsmitteln. Glück im Unglück. Im Februar 2018 schloss ich dann endlich das Studium ab, die Hemiparese blieb. Seitdem ist einige Zeit vergangen und ich hatte eine Menge Erfolge, mit den Augen, der Hand und dem Fuß. Aber das harte Training dauert weiterhin an und ich bleibe am Ball. Im Februar 2021 geh ich nach Gailingen in die Schmieder-Klinik um eine Reha zu machen, und da freue ich mich sehr drauf. Hoffentlich werden auch weiterhin die kleinen Erfolge eintreten, aber dank der Plastizität des Gehirns ist das sehr wahrscheinlich. Und genau deswegen habe ich eine sehr straffe Trainingswoche mit 3x Ergo und 2x Physio in der Woche plus Heimtraining am Schreibtisch.  Die Zukunft kann kommen!!

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