Jahresende 2020

Sehr geehrte Leserschaft, hier ein kleiner Jahresabschlussbericht 2020, was mein Training angeht und die Aussicht für 2021.

Zunächst möchte ich anführen, dass ich in vielerlei Hinsicht Erfolge verzeichnen kann, mal große, mal kleine aber sie sind vorhanden. Zunächst habe ich im Oktober 2020 meinen Sehtest beim Augenarzt bestanden, was mir das Auto fahren wieder ermöglicht, dank 2 Jahren hartem Training mit NovaVision, danke an dieser Stelle. Heute morgen saß ich noch beim Kaffee nach einem kurzen morgentlichen Training mit der Saebo und zog mein Bioness H200 an und musste erstaunt feststellen, dass die Finger mit dem größeren Beugetonus (Zeige-, Mittel- und Daumen sich besser strecken lassen mit dem H200 am Arm, was mich morgens sehr freute und ich gleich ein Foto zum Beweis schoss:

Es mag sein, dass jetzt der ein oder andere nichts besonderes an diesem Foto erkennen mag, jedoch ist es ein Fortschritt in meinen Augen und ich kenne mich nun mal am besten. Dies unterstützt auch meinen Trainingsplan, der besagt/besagte: Erst das gehen, dann die Augen und dann die Hand, Schritt für Schritt.

 

 

 

Bioness H200 morgens nach 3 Jahren Training

Weiterhin ist zum Jahr 2020 zu erwähnen, dass ich meine Physio gewechselt habe und damit bisher sehr zufrieden bin und der Ausblick fürs nächste Jahr sieht auch gut aus! Sehr freue ich mich auf meine Reha in Gailingen in der Schmieder-Klinik, wo ich bereits 2 mal zugegen war und bereits einige Gesichter kenne. Also meine Rehabilitation ist auf jeden Fall „in progress“ und der Plan steht.

Lebensgeschichte

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wurde gestern gebeten meine „Lebensgeschichze“ rund um meinmen Unfall aufzuschreiben, also mache ich mir die Mühe und schreibe es nun hier auf:

Geboren 1988 in Russland, zog ich 1990 nach Deutschland und wuchs in Lahr/Schwarzwald auf, wo ich im Jahre 2007 Abitur machte und danach studieren ging und im Jahre 2013 über viele Umwege den Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen begann. Im Jahre 2016 war ich dann im Praxissemester in Freiburg bei Stryker und musste unter der Woche arbeiten, also blieb nur das Wochenende zum lernen. Daher verabredete ich mich für den 03.07.2016 mit einem Kommiliton zum lernen im PC-Raum in Offenburg an der Fachhochschule. Es war ein sonniger und warmer Sonntag, also lies ich den Benz stehen und nahm meine Yamaha XJR1200 und fuhr mit dem Bike in die FH. Ich weiß noch genau wie ich mich zwischen meinen 2 Helmen entschieden habe für den Jet-Helm und nicht den Integralhelm 🙁 falsche Entscheidung wie sich rausstellen wird.) Nach dem Lernen ereignete sich in Friesenheim ein Unfall und zwar rutschte ich unter ein Auto und kam mit der Halsschlagader ans Auto, die dadurch riss und offen war, so dass ich fast verblutete. Jedoch wurde ich schnell versorgt und in der Klinik operiert. Unglücklicherweise riss ein Stück der Arterienwand ab und geriet in den Blutkreislauf, was über Nacht zu einem Schlaganfall führte (Dissektion arteria carrotis), ein sogenannter Mediainfarkt rechts war das Resultat des Unfalles. Als ich aus dem 1-monatigem Koma aufwachte, war mir nicht klar wo ich bin und was geschehen war. Ich war nur unglaublich müde von den Medikamenten. Durch die künstliche Beatmung war ich nicht in der Lage zu sprechen (ebenfalls furchtbar, besonders beim Absaugen, bis heute unvergessen). Nachdem ich meine Situation realisiert hatte, machte ich mir meinen Plan, um das Beste aus der Lage zu machen. Erstmal musste ich mich mit den Grundlagen der Neurologie vertraut machen und siehe da es gab Hoffnung! Doch nur wenn man diszipliniert und eisern an die Sache ran geht. Also schwor ich mir, dass ich die Klinik nicht im Rollstuhl verlassen werde. Übrigens hatte und habe ich seit meinem Unfall eine Halbseitenlähmung links, genannt Hemiparese. Also ist mein linkes Bein und meine linke  Hand gelähmt. Ein halbes Jahr hatte es gebraucht, dass ich gehen lernte zunächst am Stock und dann ganz schnell war der Stock wieder weg, da man die gesunde Hand braucht um Türen zu öffnen und nicht einen Stock heben möchte. Auf jeden Fall nahm ich nach der Reha das Studium wieder auf, da ich bereits im 6. Semester war und nicht mehr viel fehlte, um genau zu sein fehlten nur noch 4 Prüfungen und die Bachelorarbeit. Also machtte ich mich an die Arbeit und nach einpaar mal am Campus mit Rucksack und Stock, ließ ich den Stock weg, da er nur störrend war. Zeitgleich setzte ich mich mit meiner BG in Verbindung und siehe da es handelte sich um einen Wegeunfall und somit Arbeitsunfall, zack wurde ich von der BG unterstützt mit Hilfsmitteln. Glück im Unglück. Im Februar 2018 schloss ich dann endlich das Studium ab, die Hemiparese blieb. Seitdem ist einige Zeit vergangen und ich hatte eine Menge Erfolge, mit den Augen, der Hand und dem Fuß. Aber das harte Training dauert weiterhin an und ich bleibe am Ball. Im Februar 2021 geh ich nach Gailingen in die Schmieder-Klinik um eine Reha zu machen, und da freue ich mich sehr drauf. Hoffentlich werden auch weiterhin die kleinen Erfolge eintreten, aber dank der Plastizität des Gehirns ist das sehr wahrscheinlich. Und genau deswegen habe ich eine sehr straffe Trainingswoche mit 3x Ergo und 2x Physio in der Woche plus Heimtraining am Schreibtisch.  Die Zukunft kann kommen!!

Ohne Saft kommt die wahre Power

Hallo zusammen, ich melde mich, da es doch was zu berichten gibt. Zunächst als Einleitung ich benutze zurzeit immer noch mein jetzt 3 Jahre altes Bioness L300, ein elektrischer Fußheber, der jedoch auch schon sehr mitgenommen aussieht und die Batterie macht allmählich auch schlapp, so wie heute. Also ich weiß zwar, dass ich ohne Bioness gehen kann, jedoch etwas langsamer und unsicherer als sonst. Also heute Morgen auf dem Weg zum Bus, der mich zur KGG(Krankengymnastik Geräte) bringt, also quasi ewin kleoines Fitnessprogramm am Freitag. Auf jeden Fall höre ich auf dem Weg zum Bus trotz Kopfhörer und Musik im Ohr ein Piepen, meine Bioness Bedienung zeigt „Akku leer“OHOH dachte ich erstmal, aber scheiß drauf, ich geh los. Dann dachte ich, ichspare Strom dann reicht es schon bis nach Hause. Nach 1Std KGG mache ich mich auf den Weg zu meiner neuen Physio, um ein Rezept abzugeben, dachte mir wenn ich eh schon in der city bin, no problemo. Pustekuchen. Auf dem Weg zur Physio piepst die Bedienung öfters, aber was sollte ich machen? Ich bin mitten in der Stadt, also ab zum Schlüssel, der Busbahnhof in der Stadtmitte, um Heim zu kommen und Mitten auf dem Weg merke ich wie das System von „gelb“ auf „rot“ springt und aus geht. Erste Reaktion: leichte Panik gemischt mit Angst, aber kurz danach denke ich mir das schaffe ich doch , auch wenn es gefährlich werden könnte, da ohne Strom mein Fuß droht umzuknicken.  Aber ich spielte bereits mit dem Gedanken mich langsam vom elektronischen Helfer zu lösen, also das ist der beste Test. Ich habe nun nachgeguckt, ich habe insgesamt 1,75km ohne Bioness geschafft mit einer Busfahrt und das alles bereits leicht ermüdet nach dem KGG, ich bin stolz auf mich. Ich habe die Wegstrecke per Google maps nachvollzogen und ich muss jetzt sagen, ich hatte zwar etwas Angst, aber außer der Tatsache, dass ich einfach nur langsamer als sonst lief, war  der Weg recht sicher und es drohte keinerlei Gefahr, daher überlege ich mir mein Bioness in der baldigen Reha im Februar abzulegen und die Wege aus eigener Kraft zu gehen.  Dieser Hintergedanke schwebt nun in meinem Kopf, denn letztendlich möchte ich nicht den Rest meines Lebens ein elektrisches Gerät zum gehen brauchen.  So oder so muss das Teil irgendwann weg, wieso nicht kommendes Jahr?Ansonsten wünsche ich allen Lesern und Fans schöne Weihnachten und einen guten Rutsch trotz Corona!!

 

Hier noch mein Gehweg als Karte:

Der Weg zum Schlüssel:

 

Nach der Busfahrt zum Bahnhof der Weg Heim:

 

Step by step, next step PNF

Hallo zusammen, es wurde an der Zeit sich mal wieder zu melden nach einer etwas holprigen Zeit mit leider einem epileptischen Anfall zu Hause, was nun meine Autopläne komplett umwirft, aber es ist nun mal so. Nach 1 Nacht im Lahrer Klinikum war alles wieder cool und ich fühle mich jetzt wieder „in Ordnung“ wobei die Angst wieder im Nacken sitzt, aber das legt sich mit der Zeit. Viel interessanter ist die Tatsache, dass ich meine Physio-Praxis gewechselt habe, da meine alte und von mir sehr geschätzte Physio entlassen wurde und ich dies als Anlass nahm mich neu zu orientieren und nun muss ich sagen: Zum Glück!

 

Ich bin jetzt freundlich und herzlichst bei der Physiopraxis Schäfer aufgenommen worden mit neuen Trainingstagen und -zeiten und neuen Gesichtern und ganz wichtig neue Gedanken, bzw. Ansätzen wie z.B. PNF-

Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation

mit der sich mein neuer und sehr sypathischer Physio gut auskennt.

Die Prozedur ist/war zu Beginn sehr schmerzhaft doch heute war der Schmerz in den Muskeln schon deutlich weniger und laut Experte wird der Schmerz bei weiterem Training in den nächsten Wochen vergehen. Auf jeden Fall ist die Praxis wirklich gut ausgestattet mit einer Muckibude und meine n euen Therapeuten scheinen auch wirklich sehr freundlich und fachwissend zu sein wie eine junge Dame aus Lettland mit einem Master of Health aus Riga :). Klingt aufregend und not bad!

Also lauter kompetenter Leute um mich herum, die mir neuen Input liefern, denn letztendlich bin ich mein eigener bester Doktor und Trainer, was ich auch sein muss, denn ich setze den Kurs und die Segel.

Ich melde mich wieder sobald neue aufregende News anstehen! Frohe Weihnachten zusammen und einen guten Rutsch ins neue Jahr!!!!

 

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